14. Oktober 2019

Mein erster Wettkampf

Hallo ihr Lieben,

das lange Diäten hat mich endlich zum Ziel geführt. Ich stehe auf der Bühne.

Hat es sich gelohnt?

Was passiert da eigentlich auf und hinter der Bühne?

Wie geht es weiter?

All das erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Der Abend zuvor

Endlich ist es soweit, es ist der 13.04.2019. Ein Tag vor der Newcomer Meisterschaft im Bodybuilding in Fulda. Das ganze Team Gymroom hat sich in Altona vor dem Laden getroffen und ist abfahrbereit. Die endlosen Wochen Diät und Training sollen nun endlich ihren Höhepunkt finden. Die Nervosität ist bei allen groß, aber auch die Vorfreude. 6 Stunden Fahrt sollen es werden, bis wir endlich in Fulda im Hotel ankommen. Das Essen ist heute genau auf die Uhrzeit durchgetaktet, auch das Trinken (aber dazu mehr in meinem Post zur Peak Week). Im Hotel gibt es dann sofort die erste Schicht Farbe. Fachmännisch wird sie mit einer Lackrolle aufgetragen. Und krass, wie anders man sofort aussieht.  

Eine zweite Schicht bekomme ich kurz nach 12 Uhr abends, dann kann ich endlich ins Bett. In der Nacht vor dem Wettkampf darf ich nichts trinken. Ich muss aber immer, wenn ich aufs Klo gehe drei Reiswaffeln essen. Ich verbringe die Nacht 4 mal knuspernd auf Toilette. Der Körper ist durch die letzten Tage mit enorm viel Wasser noch auf Wasser loswerden programmiert. 

Am morgen des Wettkampfes gibt es noch eine dritte Schicht Farbe und noch mehr Reiswaffeln. 

Der Morgen des Wettkampftages

Nach der dritten Schicht Farbe wird das Quarkgesicht erstmal an den Körper angeglichen. Ich habe natürlich nicht das dunkelst mögliche Make Up mit und muss mir eins leihen. Achtung: man wird wirklich dunkler als man denkt und das Fit Me in 350 ist genau die richtige Farbe. 

Als ich fertig bin, der große Schock. Ein anderes Team, dass auch im Hotel übernachtet hat, hat meine Wettkampftasche ausversehen mitgehen lassen. Wir also in völliger Panik losgerannt, hinterher. Genau, was man vor so einem Wettkampf braucht. Glücklicherweise ist es denen aufgefallen und sie haben schon vorm Eingang des Propsteihauses auf mich gewartet. 

Jetzt hieß es erstmal anstellen, um einzuchecken. Gemeldete für die Newcomer Meisterschaft waren über 250 Teilnehmer. Entsprechend lang war die Schlange. Zum Glück ging der Einlass trotzdem schnell und wir konnten unsere Plätze Backstage beziehen. 

Backstage

Man lernt wirklich die kleinen Dinge zu schätzen, wenn man so eine Phase durchzieht. 

Trotz der Müdigkeit war ich am Dauerstrahlen und einfach nur gut drauf. 

Backstage war wirklich jeder Zentimeter mit Plane verhangen, sodass die Athleten ihre braune Farbe nicht überall verteilen. Hin und wieder sah man jemanden völlig nackt herumspringen, der seine Farbe noch nicht bekommen hatte. Ich persönlich fand es nicht zu voll und auch nicht zu trubelig. Alles lief ruhig und gesittet ab. Aber wenn alle so müde und kaputt waren, wie ich, weiß ich auch warum. 

Jetzt endlich durfte ich mein erstes Stück Schokolade zum Laden essen. Ein Augenblick purer Glückseligkeit. Nach fast 4 Monaten Abstinenz. 

Als nächstes sollten die Muskeln aufgepumpt werden. Dazu mussten wir mit Bändern und Gewichten einfache Kraftübungen machen. Und krass, zweimal Seitheben mit der 2 Kilo Hantel und ich war vollkommen fertig. Am Wettkampftag selbst, geht wirklich nicht mehr viel. 

Und dann, ebenfalls seit 4 Monaten das erste Mal, habe ich Sekt getrunken. Der Alkohol vergrößert ja die Adern und dadurch wird mehr Blut in die Muskeln gepumpt und lässt sie praller aussehen. Alkohol war vor der Diät mein größtes Laster. In diesem Moment wollte ich gar keinen mehr haben und es hat mir überhaupt nicht geschmeckt. Trotzdem war es irgendwie schön und ein Grund zum Feiern. Dann endlich nach dem ganzen Aufriss, kam der Aufruf für die Bühne. 

Stagetime

Das Gefühl auf der Bühne zu stehen, war genial. Einfach unbeschreiblich. Ich war von der ersten Minute von so einem Hochgefühl erfüllt, dass ich gar nicht aufhören konnte zu Grinsen.

Da wir mehr als 15 Teilnehmerinnen in der Bikini 1 (Klasse bis 163cm Körpergröße), gab es eine Eliminationsrunde. Die besten 15 kamen weiter. Die Entscheidung dauerte ziemlich lange und wir mussten so lange hinter der Bühne warten. Man wollte sich gerne setzen, aber dadurch wäre die Farbe verwischt worden. Dann endlich die Entscheidung. Die Startnummer 24 war unter den besten 15. Ich durfte nochmal auf die Bühne. 

Im nächsten Schritt wurden die Vergleiche aufgerufen. Immer 6 Athletinnen wurden gemeinsam nach vorn gerufen. Die Reihenfolge der Vergleiche sagt auch ungefähr aus, wo man landen wird. Im ersten Vergleich wurde ich nicht aufgerufen, im zweiten auch nicht. Erst im dritten Vergleich fiel meine Nummer. Ich wusste da schon, dass ich also raus sein würde. Keine Platzierung unter den ersten 6. 

Ein bisschen schade fand ich das schon, weil nur die letzten 6 dürfen den I-Walk machen, den wir vorher unzählige Male geübt haben. Aber dennoch war ich stolz dort oben gestanden zu haben und meine Form war klasse. 

Wie geht es weiter?

Für mich war der Moment auf der Bühne, der Moment an dem ich gesagt habe "Ja es hat sich gelohnt". Ja das war es mir Wert und Ja Bodybuilding fetzt und ist genau mein Ding. Am 28.04.2019 werde ich meinen nächsten Wettkampf in Rheinland- Pfalz bestreiten und am 04.05.2019 meinen vorerst letzten in Berlin. Wie es dann weiter geht? Ich werde das von meiner Platzierung abhängig machen. Schaffe ich es nicht mindestens einmal in die TOP 6, werde ich mir überlegen, ob ich noch eine Saison machen möchte. Schaffe ich es, würde ich gern im Herbst wieder antreten. Aber egal wie es ausgeht, erst einmal werde ich alles essen, auf was ich Lust habe. Mindestens einen Monat lang. Einen ersten Vorgeschmack durfte ich am Sonntag Abend nach Fulda haben. Nach 4 Monaten Diät, hatte ich freie Wahl und habe einfach alles gegessen. 

Eine kleine nachträgliche Rechnung hat ergeben, dass ich am Sonntag auf etwa 5000kcal gekommen bin, dann war ich so satt, dass mir übel war^^. 

Im Moment bin ich unheimlich motiviert. Ich habe einige Fehler analysiert, die ich beim nächsten Wettkampf anders machen werde und ich hoffe, ich werde sehr viel besser abschneiden.

Bleibt auf dem Laufenden,

eure Claudi

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