Island Rundreise

Island Roadtrip

Mystisch, Magisch? Oder einfach nur gehypt?

 
Hallo ihr Lieben, in dieser 5- teiligen Beitragsserie möchte ich euch von unserem Island Trip erzählen. Wir hatten 16 Tage Zeit, diese wunderschöne Insel zu erkunden. Dieser Beitrag soll euch über die Reiseplanung informieren, wie teuer Island eigentlich ist und, was man nicht verpassen sollte.
Im ersten Teil geht es um die beste Reisezeit, Flugbuchung, Auto und Unterkunft und Verpflegung. Im zweiten Teil fahren wir in den Westen der Insel. Im dritten Teil nehme ich euch mit in den Norden und wir beobachten Wale. Im vierten Teil schauen wir uns die Ostfjorde und die Eis Lagune an und Im fünften Teil widmen wir uns dem Golden Circle und sprudelnden Geysiren.

Die Reiseplanung

In anderen Blogs und Beiträgen über Island haben wir gelesen, dass man sehr früh anfangen sollte Flüge und Unterkünfte zu buchen. Vor allem, wenn man in den Sommermonaten fliegen möchte, wenn 2 Millionen Touristen auf der Insel sind, kann es sonst schonmal eng, aber vor allem sehr teuer werden.

Flug

Wir haben die Reise also ca. 1 ½ Jahre vorher gebucht und bei Air Germania einen wirklich günstigen Flug für ca. 300€ hin und zurück für uns beide gefunden O.O😊. Der Flug war also sehr günstig. Wir hatten immer mal wieder Angebote gecheckt und ich würde sagen, bis ca. 9 Monate vorher gab es immer wieder günstige Angebote. Unser Flug ging von Dresden aus, aber die meisten großen Flughäfen in Deutschland werden von der Germania angeflogen.

Auto und Unterkunft

Die zweite Frage, war die nach der Art der Tour. Da wir recht viel Zeit hatten, wollten wir gern die Ringstraße fahren. Die Ringstraße ist ca. 1300km lang und umrundet einmal die ganze Insel. Sie ist überwiegend gut ausgebaut und geht an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbei. Obwohl man theoretisch die Etappen gut planen könnte, wollten wir uns eigentlich nicht auf Unterkünfte festlegen. Ganz zu schweigen davon, dass in Island Unterkünfte ein Vermögen kosten. Wir haben einmal in einem Hotel für 124€ übernachtet und dafür in einem Container mit gerade so Platz für zwei Betten und Dusche und Klo auf dem Gang geschlafen. 1 Nacht! Relativ schnell war also klar, dass wir zelten oder campen möchten. Wild campen ist mittlerweile verboten in Island. Jedoch gibt es in jedem kleinen Dorf einen Zeltplatz und diese kosten mit 8-15€ die Nacht auch nicht die Welt. Unbedingt Campingkarte besorgen!!! Für uns war die beste Option einen Camping Van zu mieten. Wir hatten den VW Caddy Beach und die Miete hat uns ca. 1800€ gekostet. Der Vorteil ist, ihr habt ein richtiges Bett. Tische, Stühle, Gaskocher, Kühltruhe, Geschirr etc. ist alles schon im Auto vorhanden. Sogar bezogene Bettwäsche. Ihr seid außerdem unabhängig vom Wetter und der Aufbau Bett-Auto war in 10 Minuten vollzogen. Mit dieser Wahl waren wir vollends zufrieden und auf jedem Zeltplatz, wenn wir die Zelte gesehen haben, die in Wind und Regen standen, waren wir wieder froh über die Entscheidung.

Off Road oder doch nur normales Auto?

Diese Frage stellt man sich unwillkürlich. Brauche ich ein 4x4 Wagen oder sogar Superjeep oder reicht ein normales Auto. Naja das kommt natürlich ein bisschen darauf an, was du willst. Für uns war ein normales Auto vollkommen ausreichend. Die Ringstraße ist gut ausgebaut und die meisten Schotterstraßen kann man befahren (diese Wimmeln allerdings von Schlaglöchern, Spaß macht das nicht). Ja man darf nicht quer durch das Hochland fahren, aber wenn man alles abfährt, was an der Ringstraße liegt, ist man eh erst mal beschäftigt. Fazit, für das erste Mal Island reicht ein normales gut motorisiertes Auto auf jeden Fall. Wer die Ringstraße schon kennt und mal was Erleben will, der nimmt sich gleich einen Superjeep (nicht nur 4x4), dann aber auch mit Asche und Sand und Unterbodenversicherung, und fährt direkt F-Straßen.  

Campingkarte

Wenn ihr in Island zelten möchtet, holt euch unbedingt eine Camping Karte. Ihr bezahlt hier 150€, sie gilt 28 Tage und ihr könnt auf 41 verschiedene Campingplätze (Tendenz steigend) damit fahren. Hier zahlt ihr dann nur noch die Kurtaxe von ca. 3€. Der durchschnittliche Zeltplatz in Island kostet 12€ pro Person. Schon nach knapp 6 Nächten rentiert sich also die Ausgabe. Natürlich gibt es auch immer Personen, die wild campen und nichts zahlen, aber ich war froh über Toiletten, warmes Wasser, Kochmöglichkeiten, WiFi und einen warmen Aufenthaltsraum. Die Camping Karte gibt es in der Touristeninformation in Reykjavik oder bei allen 10-11 (wo man sonst lieber nicht einkauft. Sehr überteuert). Ihr könnt sie aber auch schon von zu Hause bestellen hier findet ihr alle Infos.  

Ein Wort zu Verboten in Island

Es ist verboten wild zu campen. Dusche und Parkplatz zahlt man oft extra. Campingplatzgebühren fallen an. Das klingt nach Deutschland. Der Unterschied ist, es wird nicht wirklich kontrolliert. Campingplätze haben keine Schranken, Duschen keine Marken, die Bezahlparkplätze liegen neben Campingplätzen, die keine Schranken haben. Beim Frühstück im Hotel fragt dich keiner nach der Zimmernummer und Wildcamper haben wir viele gesehen. Wer es wirklich drauf anlegt, kann sich wahrscheinlich hier und da illegal viel Geld sparen. Wir haben das nicht getan, aber ich fand es immer wieder erstaunlich, wenn ich das mit deutscher Gründlichkeit vergleiche. In Island scheint ein Verbot, mehr so auf freiwilliger Einhaltung zu basieren.

Lebenshaltungskosten oder bring dir lieber Essen mit

Ganz ehrlich, würde ich nochmal nach Island fliegen, ich würde einen Koffer an haltbaren Lebensmitteln mitnehmen. Island ist teurer als Zürich. Ein Burger in einem normale Tankstellen Diner kostet schonmal 28€, eine Tasse Kaffee 5-8€ (oft kann man hier immerhin wieder auffüllen), Gemüse und Obst sind doppelt so teuer wie in Deutschland, aber die Qualität ist halb so gut. Ein normales Abendmahl im Restaurant kostet zwischen 40-60€. Ein Bier kostet in der Vinbudin (Alkoholladen) etwa 4€, im Restaurant durchaus bis zu 12€.  Diesel schlägt mit 2€ pro Liter zu Buche, Benzin (2,40€). All diese Kosten sollte man vorher gut durchrechnen, denn das ist der eigentliche Big Part der Reise. Es kann sich also durchaus lohnen Verbrauchsgüter, wie Nudeln, Tomatensoße, Kaffee etc. mitzunehmen.

Reisezeit

Wir waren im August 2018 in Island. Der Vorteil ist, dass die Straßen noch alle schneefrei waren und wir einige wirklich schöne Tage bis zu 20°C hatten. Der Nachteil, es wimmelte nur so von Touristen. Gerade im Süden und im Golden Circle, siehst du an jeder Ecke eine bunte Regenjacke. Die unberührte Natur spürt man da nicht mehr. Abhilfe schafft sehr früh oder sehr spät am Abend zu den Touristenspots zu pilgern. Sonne gab es von 4Uhr bis 23Uhr. Ein Vorteil, den wir nicht geplant hatten, den wir aber erlebt haben, war das im August auch schon Nacht ist. Sobald es richtig Nacht ist und sternenklar, kann man Nordlichter sehen. Ich dachte immer, es gibt sie nur im Winter, aber wir wurden vom Gegenteil überzeugt. Wir hatten also schneefreie Straßen und Nordlicht😊 Außerdem war es noch nicht zu kalt zum campen. Würden wir nochmal fahren, würden wir evtl. etwas eher als Sommer, also so im Mai oder etwas später also so im September fahren, wenn die Zeltplätze wieder oder gerade noch offen haben, die Straßen befahrbar sind und Nordlichter am Himmel, aber noch nicht so viele Touristen da. Wer in Reykjavik was erleben will, fährt zur Kulturnacht Mitte August, dann erblüht die Stadt zu richtigem Leben und das Feuerwerk ist gigantisch.

Wetter in Island

Auf einem anderen Blog habe ich den Spruch gelesen „Es ist kalt. Es heißt nicht umsonst Island“. Nun Ja…Ja. Ok wir hatten dieses Jahr einen Jahrhundertsommer und vielleicht war es deswegen so heiß, vielleicht ist aber in den Vulkangebieten immer etwas wärmer. Auf jeden Fall war es die ersten 5 Tage an die 20°C warm, ich hatte meinen ersten Sonnenbrand dieses Jahr und wir waren mehrfach im Freibad (Wasser ist hier immer beheizt). Erst als wir dann in den Süden kamen, war das Wetter wirklich kalt, grau und neblig und auch sehr wechselhaft. Hier konnte es durchaus in einem Tal regnen und im nächsten die Sonne scheinen. Tagsüber hatten wir durchschnittlich 10-13°C, nachts sanken die Temperaturen auf bis zu 5°C. Dicke Jacken sind ein Muss und Regenmäntel auf jeden Fall auch. Selbst, wenn es nicht von oben regnet, hinter den Wasserfällen wird garantiert jeder nass😉.   Fazit: Früh buchen ist das A und O. Wer auf Touristen gern verzichten möchte, sollte sich trotzdem überlegen im Sommer zu fahren und die Abend- und Morgenstunden zu nutzen, denn im Winter können viele Straßen unbefahrbar werden. Im Juni wird man kein Nordlicht sehen, aber wer Mitte August oder im September fährt hat große Chancen. Essen, Getränke und auch Benzin sind unglaublich teuer, dafür Zeltplätze und Schwimmbädern (isl. Sundlaug) nicht. Im nächsten Teil starten wir dann nach Reykjavik und in den Westen von Island. Hier seht ihr unseren Reiseverlauf. Die rosa Dreiecke sind die Zeltplätze auf denen wir übernachtet haben.

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