19. November 2019

Die Nachwirkungen der Wettkampfdiät – Selbstbild und Jojo?

Hallo ihr Lieben,

bevor die nächste Diät endet, möchte ich euch mal erzählen, was die erste Diät mit mir gemacht hat. Ich habe im Vorfeld viel gelesen, Warnungen und Gutes, was mit der Psyche und dem Körper passiert. Hier sollen nun meine eigenen Erfahrungen stehen. Es wird um das Körpergefühl gehen, die Einstellung zu Nahrung und zum Tracken, um Ab- und Zunehmen und auch die Sache mit dem Zyklus werde ich ansprechen.

Vorgeschichte

Bevor ich zu den Nachwirkungen komme, möchte ich kurz erzählen, wie ich vor der Diät zu meinem Körper stand. Ich habe, wie viele Frauen einen Körper gehabt, den ich ok fand, aber zufrieden war ich nicht. Hier ein Speckröllchen, da eine Bauchfalte und die Oberarme irgendwie weich. Ich war schon immer relativ aktiv im Leben, aber nie so eine Sportskanone, die nicht still sitzen kann, außerdem bin ich ziemlich klein und damit hält sich mein allgemeiner Energieverbrauch doch stark in Grenzen. Es war ca. im Jahr 2014 da wollte ich etwas tun. Ich habe also vermehrt Sport gemacht, habe mir einen Fitnesstracker zugelegt, über Kalorien und Ernährung gelesen und gesund gekocht. Getan hat sich derweil gefühlt wenig. Nach einigen erfolglosen Diätversuchen (hauptsächlich durch tracken, keine Wunderdiäten, plus ein fehlgeschlagenes Coaching) war ich der Ansicht, dass mein Körper vielleicht einfach genetisch nicht in der Lage ist wirklich schlank und muskulös zu werden.

Start des Coachings

Ich habe mich mit großem Bauchdrücken nach einem Coach für die Bühne umgesehen (weil ich ja überzeugt war, gar nicht abnehmen zu können) und eigentlich habe ich noch bis wenige Wochen vor dem Wettkampf daran gezweifelt, dass ich es schaffen kann. Am Ende war die Diät anstrengend, aber halb so schlimm.

Mein erste Diät.
Nicht mehr lean, aber glücklich.
nur die Arme, die stören mich immer wieder
wie gut kann Essen sein:)

Nachwirkungen
Körpergefühl

Die wichtigste Folge aus der Diät für mich ist, dass ich mich jetzt mit meinem Körper versöhnt habe. Ich habe gemerkt, dass er sehr wohl in der Lage ist, abzunehmen. Es scheiterte dann tatsächlich an mir, meinem Kopf, der Art, wie ich die Diäten angegangen war. Die Kontinuität der Ernährung und des Trainings in der Vorbereitung waren der Schritt zum Erfolg. Versöhnt mit meinem Körper, konnte ich nach der Diät auch wieder ohne Panik und schlechte Gefühle zunehmen, denn ich wusste, wenn ich wöllte, könnte ich auch wieder abnehmen.

Wertschätzung von Nahrung

Die Diät hat mir gezeigt, mit wie wenig Essen ein Körper funktionieren kann. Sie hat mir aber auch gezeigt, wie gesunde Ernährung sich auf den Körper auswirken kann. Ich hatte viel bessere Haut, gesündere Haare und war nicht ein einziges Mal krank. Ich habe mich energetisch und wach gefühlt. Außerdem habe ich gelernt, wenn ich vom Plan abweiche, nur Dinge zu essen, die ich wirklich mag und nicht irgendwelche Schokolade, nur weil es Schokolade ist. Zusätzlich weiß ich jetzt, dass ein ganzes Essen mit Hühnchen, Gemüse und Reis genauso viel Kalorien hat, wie ein einziger Schokoriegel, der nicht satt macht. Ich kann Gemüse lecker kochen und gesunde Snacks schätzen.

Bingen

Ja ich gebe es zu. In den ersten Wochen nach dem Wettkampf habe ich alles gegessen, was nicht niet- und nagelfest ist und zwar in großen Mengen. Allerdings habe ich nicht aufgehört zu tracken und war mir immer bewusst, wie viele Kalorien ich esse. 3000-4000 kcal an einem Tag waren da schonmal drin. Hätte ich nicht getrackt, wären es vielleicht sogar noch mehr geworden. Obwohl ich genau wusste, dass dieses Verhalten nicht gut ist, konnte ich nicht aufhören. Zusammen jedoch mit dem Punkt, dass ich mich mit meinem Körper versöhnt hatte, habe ich mich dafür nicht bestraft und beschlossen einfach abzuwarten, bis er von selbst genug hat. Das war sehr wichtig und hat dann auch nach ca. 1 Monat funktioniert.

JOJO

Ich habe wieder zugenommen, auch Fett, Ja. Allerdings war es auch gar nicht beabsichtigt, auf diesem niedrigen Niveau des Wettkampfes zu bleiben. Ich habe mir so dünn schon selbst nicht mehr gefallen und ich wollte ja auch noch ein bisschen Muskeln aufbauen. Was aber sehr interessant war, war dass ich nicht genauso abgenommen habe, wie ich zugenommen habe. Das heißt es gab beim Abnehmen einige kritische Stellen, an denen das Fett einfach nicht schmelzen wollte. Lustigerweise waren es nicht diese Stellen, die als erstes wiederkamen. Das gibt Hoffnung auf das viel beschworene Body Reshaping.

Ich liebe die.
Langsame Zunahme. Immer noch schlank, aber deutlich sichtbare Pölsterchen.

Der Zyklus

Ich will es euch nicht verschweigen. Ja ich habe meine Tage nicht mehr bekommen. Allerdings fiel das auch zusammen mit dem Absetzen der Pille, die ich 10 Jahre lang genommen habe. Im Bodybuilding nimmt man eher keine Pille, da es die Östrogene schwer machen können, Wasser zu verlieren. Ich habe sie dann im Oktober 2018 abgesetzt. Im Januar 2019 habe ich die erste Diät begonnen. Jetzt ist November 2019 und ich habe meine Tage nicht bekommen seit dem Absetzen. Es gibt viele Gründe warum das so sein kann. Ein Fehler, der oft gemacht wird, ist, dass zu wenig Fette in der Ernährung verbleiben und die Hormone verrückt spielen. Ich war beim Frauenarzt und mit meinen Hormonen ist alles in Ordnung. Der zweite ist Stress. Training löst sehr viel Stress aus. Der Körper unterscheidet nicht zwischen Training und dem Weglaufen vor einem Säbelzahntiger. Mal ehrlich, wenn ihr 7 Tage die Woche vor einem Säbelzahntiger davonlaufen würdet, würdet ihr vielleicht auch die Produktion für keine gute Idee halten. Dadurch, dass meine Hormonwerte in Ordnung sind, mache ich mir allerdings nicht allzu viele Sorgen darüber. Auch mein Frauenarzt war ungestresst und sagte, solange kein Kinderwunsch ansteht, ist das erstmal kein Problem. Nach der nächsten Saison werde ich wieder normal essen und etwas weniger trainieren und dann wird das schon. Ich werde nicht mit irgendwelchen Pülverchen und Pillchen experimentieren.

„Du bist eklig“

Einen witzigen Punkt, den vor allem die Diät mit dir macht, gibt es noch, aber der verliert sich sehr schnell. In der Diät schmeckt alles gut. Hühnchen mit Cookie Aroma und Leinöl? Flohsamenschalen Grießbrei? Blumenkohl mit Schokoladenpulver? Alles meeeeeega lecker. Reiswaffeln mit Backhähnchengewürz und Gurke mit Süßstoff ein, Traum. In der Diät ist die Devise oft: Hauptsache süß und anders. Das verliert sich zum Glück sehr schnell und kamen mir in der Diät die ganzen „gesunden“ Backalternativen verheißungsvoll vor und ich nahm mir vor alle nach zu backen, wenn ich mal fertig bin, habe ich mich am Ende doch wieder von ganz normalen Dingen ernährt und Kuchen besteht aus Mehl, Eiern, Butter und Zucker.

So das wars von mir, ich stehe kurz vor meinem nächsten Wettkampf, habe wieder 3 Monate Diät hinter mir, die völlig anders war, als die letzte und ich bin sehr gespannt wie dieses Mal meine Nachwirkungen sein werden.

Aber erstmal heißt es „time to shine“ am 02.11.2019 in der NAC Germany Nord

Eure Claudi

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