Fernstudium Fitnesscoach an der ILS

Hallo ihr Lieben,

jetzt endlich, nachdem so viele von euch gefragt haben, kommt hier der ausführliche Beitrag zu meinem Fernstudium an der ILS(Hamburger Akademie für Fernstudien). Ich wollte aus verschiedenen Gründen mit diesem Artikel warten, bis ich den Abschluss auch tatsächlich in der Tasche habe. Denn ich bin zwar im Großen und Ganzen zufrieden, jedoch gibt es auch Dinge, die ich wirklich kritisch fand…und man weiß ja nie wie sowas im Internet ankommt.


Aufbau/Rahmenbedingungen des Studiums

Der angestrebte Abschluss des Studiums ist Fitnesstrainer A-Lizenz, B-Lizenz und Personal Trainer (medical fitness). staatlich zertifziert.

Das Fernstudium an der ILS ist auf 12 Monate angelegt und kostet monatlich 149€. Man bekommt als Arbeitsmaterial jeweils für 6 Monate Studienhefte zugeschickt, sowie DVD’s mit den Übungen, die in den Heften vorgestellt werden. Außerdem gibt es einen Zugang zur Online Plattform SmartLearn Campus, in der man einen Großteil der Studienhefte herunterladen kann und hier kann man auch seine Hausaufgaben online abgeben. Ich sage man kann einen Großteil der Hefte herunterladen, weil aus irgendeinem Grund nicht alle zur Verfügung standen, obwohl das hätte der Fall sein sollen. Wer schneller mit der Bearbeitung der Hefte durch ist, als 6 Monate, der kann sich die restlichen Hefte auch schon vor der Zeit zuschicken lassen.

Im Smart LearnCampus gibt es außerdem ein Forum, sowie Kurse zu Zeitmanagement oder Lerntechnicken.


Aufbau der Lerninhalte/Hausaufgaben

Die Studienhefte waren thematisch gut gegliedert. Los ging es mit Voraussetzungen für den Beruf des Trainers und der Selbstständigkeit, Trainingsplangestaltung, Trainingstsundengestaltung. Dann gab es hefte zu den spezifischen Muskelgruppen und Übungen dazu, ein Heft behandelte Cardio und Spa und außerdem gab es je ein Heft zu Sporternährung/Lymph/Harn und Nervensystem und Blut sowie zu Marketing und wirtschaftlichen Aspekten (z.B. Gründung eines Kleinunternehmens). Man hat schon gemerkt, dass sich jemand bei der Gestaltung der Hefte was gedacht hat, allerdings waren sie so alt (was man schon an den Bildern erkannt hat), dass einfach einige Behauptungen und auch Ausführungen längst nicht mehr korrekt sind (z.B. der 90° Squat, Zehenspitzen nicht über Knie etc.).  Die Hefte bedürften also eigentlich dringend einer Neuauflage.

Am Ende jeden Heftes gab es Hausaufgaben. Hier waren meist Fallbeispiele beschrieben und man musste auf die Frage antworten, indem man das jeweilige Kapitel des Heftes abschreibt. Häh? denkt ihr jetzt. Also das Problem ist, dass die Aufgaben verschlagwortet bewertet werden. Daher: Schlagwort genannt? Ja. Ein Punkt. Es war also völlig unerheblich, wenn man das Thema zwar verstanden hat. Vielleicht zusätzlich eigenes Wissen einbringt, wenn man nicht die im Heft befindlichen Schlagworte benutzt. Bei teilweise 70 Punkten pro Aufgabe (also 70 Schlagworten) könnt ihr euch denken, wie viel man schreibt und viel eigener Anteil noch bleibt. Die Hausaufgaben sind also reine Fleißarbeit und tragen zum Verständnis nicht bei.


Die Präsenzseminare

Ich muss sagen, ohne die Präsenzseminare hätte ich das Studium wohl verreißen müssen. Dank des wirklich wirklich kompetenten Trainers bei der Präsenzphase bin ich jedoch insgesamt positiv gestimmt. Es gibt zwei Präsenzseminare a je zwei Tage und es bietet sich an beide schon zu buchen, wenn man längst nicht soweit ist, weil sie auf Monate ausgebucht sind. In der ersten Phase lernt man alle wichtigen Übungen und ein bisschen Trainertheorie, sowie nützliche praktische Tipps zum Umgang mit Klienten. In der zweiten Phase ist die schriftliche Prüfung, die eine Stunde dauert. Danach gibt es die Wiederholung der Übungen und am zweiten Tag die praktische Prüfung. Hier leitet man in einem Rollenspiel eine andere Person an.

Ich hätte mir hier gewünscht, dass man schon vor Anreise nach Berlin zur zweiten Präsenzphase erfährt, dass man nur ca. 1 Stunde für Tag 2 einplanen muss, anstatt wie überall steht den ganzen Tag von 10.00Uhr-17.00Uhr (zur Info für euch).

Der Trainer Ralf Stirpeiks war sehr aufgeklärt, wusste über Mythen der Fitnesswelt bescheid und hat sie entkräftet und hatte einen reichhaltigen Fundus an Erfahrung im Umgang mit Kunden. Außerdem hat er das Seminar auf sehr unterhaltsame Weise geleitet, sodass sogar ich mit meiner Menschenphobie hin und wieder was beigetragen habe. Danke nochmal dafür Ralf. Die Stimmung in der Gruppe war immer wirklich gut.


Fazit

Ich selbst hatte ja schon eine Menge Vorerfahrung und habe mich immer belesen und selbst ja lange trainiert. Daher habe ich die Ausbildung in 5 Monaten und mit einer Durchschnittsnote von 1,3 abgeschlossen. (Zahlen muss ich trotzdem voll^^). Ich habe beide Präsenzseminare direkt an aufeinanderfolgenden Tagen absolviert. Üblicher ist es aber, dass sich die Leute tatsächlich Zeit lassen. Ich wage mal zu behaupten, dass niemand durchfällt, zumal die Prüfung wiederholt werden kann.

Ich bin allerdings der Überzeugung, wer sich nicht bildet und keine Erfahrung mit Sport hat, der wird mit dieser Ausbildung kein guter Trainer. Dazu ist einfach zu wenig Anatomie und Bewegungslehre bzw. Verletzungslehre dabei. Oder teilweise auch direkt falsche bzw. veraltete Informationen. Wie gesagt, das praktische Seminar reißt es dann etwas raus, aber nachlesen wird man ja als Unerfahrener in den Heften (sollte man nicht…lest lieber Frank Taeger und Mark Rippetoe und für Ernährung Nutrition 101).

Eure Claudi

habt ihr noch Fragen? Schreibt mir einfach:)


PS.: und was mache ich jetzt damit?

Ich möchte auf jeden Fall Personal Trainings anbieten mit und von mir:) Was darüber hinaus kommt? Ich habe schon ein bisschen was in Planung, denn zusammen mit meinem psychologischen Wissen und dem Verständnis von Motivation, Stress und Schweinehunden ( 😉 ) möchte ich euch ein Coaching anbieten, dass nicht nur Sport und Ernährung abdeckt, sondern auch euer Wohlbefinden rund um den sportlichen Aspekt. Ganzheitlich nennt man das in der Psychologie. Ich nenne es Rundum Wohlfühlen und ohne Sorgen ans jeweilige Ziel kommen.

 

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