Das Essen vergessen- Wie Food Amnesie deine Diät ruiniert.

Das Essen vergessen- wie Food Amnesie deine Diät ruiniert.

Hallo ihr,

wie oft passiert es, dass man auf der Waage steht und sich wundert, dass der Zeiger kein Stück sinken will, obwohl man doch gewissenhaft Aufzeichnungen geführt und Kalorien gezählt hat. Oder wir haben gerade erst gegessen und schon haben wir wieder Hunger und müssen etwas essen, während wir an anderen Tagen scheinbar stundenlang satt bleiben können.

Eine mögliche Erklärung für diese Phänomene ist die Food Amnesie.

Eine Amnesie bezeichnet eine Form der Störung des Gedächtnisses für zeitliche oder inhaltliche Erinnerungen. Genau das passiert auch bei der Food Amnesie, wir vergessen einfach, dass wir was gegessen haben. Aber eigentlich stimmt das nicht ganz. Wir vergessen nämlich eigentlich nicht, dass wir gegessen haben, wir speichern es erst gar nicht ab, weil wir es nicht bewusst getan haben.

Die Food Amnesie kann in kleiner Form, wir vergessen einzelne Snacks, aber auch in großer Form, wir oder unser Körper vergisst ganze Mahlzeiten, vorkommen.

Die große Form

Wir haben es eilig und hasten in der Mittagspause schnell zum Bäcker und essen unser Mittag unterwegs, fahren nebenbei U-Bahn oder arbeiten direkt weiter, während wir das Mittag vor dem Computer essen. Alles das passiert in der heutigen schnelllebigen Zeit sehr oft. Das Problem ist, dass unser Gehirn nur begrenzt aufnahmefähig ist. Es muss sich also entscheiden, welche Aufgabe es aktiv verarbeitet und wo es mehr gebraucht wird. Da Essen eine ziemliche Basisaktivität ist und das Gehirn darüber nicht viel Nachdenken muss, tut es das ganz automatisch und richtet alle Aufmerksamkeit auf die andere Aufgabe.

Das bedeutet es nimmt überhaupt nicht wahr, dass es da gerade eine Hauptmahlzeit gibt. Wir essen solange, bis unser Magen gefüllt ist, dann sind wir satt. Aber satt sein, hängt auch viel mit der Psyche zusammen und irgendwann kommt der Punkt, da sind wir mit unserer Aufgabe fertig und das Gehirn hat wieder Zeit für andere Dinge und dann fragt es plötzlich „Was ist eigentlich mit Mittag?“. Laut Gehirn haben wir schließlich noch nicht Mittag gegessen und das Ende vom Lied ist, dass wir Hunger bekommen. Wir können natürlich jetzt versuchen, vernünftig mit unserem Gehirn zu reden und ihm zu erklären, dass das schnelle Brötchen ja wohl genug Kalorien und Nährwerte hatte. Das Gehirn wird uns aber nicht zuhören und hat auch schon direkt angefangen Insulin zu produzieren, sodass wir Magen knurren bekommen und vielleicht zittrig werden und den Hunger nicht ignorieren können. Toll.

Die kleine Form

Bei dieser Form ist es sogar möglich, dass wir komplett vergessen, dass wir etwas gegessen haben und selbst wenn wir die leere Schokoladenpackung sehen, könnten wir schwören, dass wir nichts damit zu tun haben.

Es geht hier um kleine Snacks zwischendurch. Die Erdnuss hier, die Scheibe Schinken während wir auf das Toastbrot warten, die Kostprobe vom Essen eines anderen/ einer anderen, der abgeleckte Löffel beim Backen. Das Problem ist, dass wir uns denken „Diese Kleinigkeit, wird mich schon nicht ruinieren“ und das stimmt ja auch. Aber dadurch dass wir es eben nicht als wichtig empfinden, speichert das Gehirn diese Information auch nicht ab (vor allem, wenn wir nebenbei noch andere Dinge tun, siehe oben). Bei der nächsten Kostprobe ist es ja wieder nur ein kleines Stück. Diese Kleinigkeiten können sich aber summieren, zu teilweise bis zu 500 Extrakalorien. Das schlimmste ist, dass wenn wir dann abends eine Kalorienbilanz machen, wir diese Snacks vergessen haben können (das heißt wir haben sie gar nicht gespeichert, sind also gar nicht in der Lage sie abzurufen, selbst wenn wir wöllten). Dann wundern wir uns brechen vielleicht sogar die Diät ab, weil sie ja nichts bringt.

Was tun?

Der wichtigste Rat ist: Bewusst essen. Bei jeder Mahlzeit inne halten, sich bewusst machen, dass man gerade ist, dass es genug und viel ist und man das jetzt genießen wird. Außer Essen nichts anderes tun, jeden Bissen bewusst kauen. Das Essen zelebrieren. So bleibt es viel eindrücklicher im Gedächtnis.

Gegen die kleinen Bissen:

1 Kalorien sofort zählen. Mein Rat ist, schreibt die Kalorien schon auf, bevor ihr den Snack zu euch nehmt. Manchmal ist man dann nämlich ganz entsetzt wie viel Kalorien das kleine Stück Schokolade tatsächlich hat und lässt es sogar sein. Wenn ich zum Beispiel ein kleines Stück Torte für 300 Kalorien esse, dann ist das wie eine ganze gesunde Hauptmahlzeit und da sollte man sich fragen: „Lohnt sich das“? Die Antwort ist bei mir oft genug ja^^. Aber dann ist es auch schon bewusst gemacht und aufgeschrieben.

2 Kaut bei gefährlichen Situationen einen zuckerfreien Kaugummi. Zum Beispiel beim Backen. Wie oft leckt man den Löffel ab, wenn man Quark oder Joghurt verrührt. Oder man muss schließlich auch den Teig kosten. Wenn man hier schon was im Mund hat, kann man schlecht noch mehr reinstecken.

3 Stellt euch neben den Computer Obst oder Gemüse, zum snacken. Viele Leute haben eine Schreibtischschublade voller süßer Snacks. Warum die nicht einfach austauschen gegen gesunde kalorienarme Snacks. Außerdem, wenn ihr zb. Einen Apfel erst schneiden müsst, könnt ihr ihn gar nicht unbewusst essen.

Fazit

Das wichtigste gegen Food Amnesie ist und bleibt, Essen bewusst machen. Natürlich hilft es nicht gegen das Verlangen nach Süßem oder Tage an denen man ständig Hunger hat, aber man kann diese Tage vielleicht begrenzen, weil man sich viel bewusster macht, dass man schon gegessen hat. Eine kleine Übersicht über Fallen im Alltag gibt es auf dieser Seite http://www.express.co.uk/life-style/diets/522559/Nutritionists-warn-food-amnesia. Hier sind kleine unbewusste Snacks aufgelistet und auf wie viele Extrakalorien mit dem „kleinen Bissen“ man kommt.

Zum Abschluss. Ich möchte auf keinen Fall, dass ihr nie wieder Süßigkeiten esst oder snackt, dazu tue ich das selbst viel zu gerne, aber schaut, dass ihr bewusst snackt und belügt euch nicht selbst, denn 500 Kalorien täglich aus Snacks mehr, sind in 14 Tagen auch 1 Kilo mehr auf der Waage.

Viel Erfolg

Claudi

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.